Das Ostrauer Galiziertreffen

findet eine Fortsetzung am 30. September 2017, 10 Uhr in Kütten

 

Das erste Galiziertreffen mit 250 ehemaligen Bewohnern der katholischen Siedlungen rund um Lemberg fand 1997 im Landgasthaus Ostrau statt. Der Ort Ostrau 15 km nördlich von Halle war seit 1945 das Zentrum der Ansiedlung von Flüchtlingen aus dem Kreis Kalisch in Polen. Von 1940 bis 1945 hatten in Polen die aus Galizien stammenden Menschen versucht, eine neue Existenz aufzubauen. Nun wurden viele von Ihnen in Ostrau und in umliegenden Dörfern als Neubauern angesiedelt und bildeten jahrzehntelang eine Gemeinschaft mit dem Zentrum der selbst gebauten katholischen Kirche in Ostrau. Aber im Jahr 2016 sollte das 19. Galiziertreffen in Ostrau mit 50 Teilnehmern das letzte an diesem Ort sein, denn für die Leiterin der Gaststätte fand sich kein Nachfolger.

Doch ein Jubiläumstreffen mit der Zahl 20 möchte man sich nicht entgehen lassen. Die Lösung findet sich in dem Ort Kütten, nur 4 km von Ostrau entfernt. Auch in Kütten wurden mehrere galiziendeutsche Familien, vorwiegend aus Wiesenberg stammend angesiedelt. Nun werden die Nachkommen dieser Siedler dafür sorgen, dass das Ostrauer Treffen unter neuem Namen als Küttener Treffen fortgeführt werden kann. Die alte Gaststätte in Ortsmitte (Schellmuffskystrasse 2) bietet sich als Veranstaltungsort an und in der Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert kann der Eröffnungsgottesdienst in würdiger Umgebung gefeiert werden. Das kleine Problem der Versorgung mit Speis und Trank ist in der heutigen Zeit kein Problem mehr. Die Landfleischerei Graupner aus Teicha wird für das Mittagessen sorgen und auch für Kaffe und Kuchen wird gesorgt sein.

Diese neue Perspektive des Galiziertreffens ist durch die Mitwirkung von Frau Irmgard Füssel, geborene Lipinski möglich, die in ihrem Heimatort Kütten schon viel bewirkt hat. Sie und viele ihrer Helfer haben Galizien als die Heimat ihrer Eltern nicht vergessen. Mit Hilfe der Küttener wird das Galiziertreffen in gewohnter Weise stattfinden, vielleicht sogar mit neuen Akzenten. Geplant ist unter Anderem, die Erinnerung an die in Galizien gesungenen deutschen Volkslieder wieder lebendig zu machen.

Wie bisher ist eine Anmeldung für das Treffen nicht erforderlich. Mit oder ohne galizische Wurzeln ist jeder eingeladen, der sich für das Land Galizien als ein entlegener Teil der legendären k.u.k.-Monarchie Österreich-Ungarn interessiert. Es gibt Informationen über die umfangreiche Literatur zu Galizien, die vom Hilfskomitee der Galiziendeutschen (www.galizien-deutsche.de) im Laufe der Jahrzehnte veröffentlicht wurde. Auch spezielle Literatur zu den katholischen Orten im Bereich Lemberg liegt zur Ansicht und zur Bestellung bereit. Auf dem 20. Galiziertreffen in Kütten werden auch die neuesten Erkenntnisse zur Familienforschung in Form von Ortsfamilienbüchern vorgelegt. Bitte sagen sie es im Kreis ihrer Familie weiter.

 

Werner Kraus, Mai 2017

 

20. Galiziertreffen in Kütten bei Halle

 

Samstag, den 30. September 2017

im ehemaligen Gasthaus Kütten

 

Es betrifft besonders folgende Orte in Galizien (im Umkreis von Lemberg):

 

Bruckenthal, Wiesenberg, Ottenhausen, Weissenberg, Münchenthal, Mokrotyn,

Brunndorf, Burgthal, Ebenau, Soposzyn, Michalówka, Josefówka, Schumlau …

 

10 Uhr - Heilige Messe

 in der evangelischen Kirche Kütten

 

11.15 Uhr – Beginn des Treffens im ehemaligen Gasthaus Kütten

(Schelmuffskystraße 2)

Bitte weitersagen!

 

Werner Kraus, Am Hohen Ufer 14 06132 Halle, Tel. 0345 7760498

Info zu Galizien: www.galizien-kraus.de

 

Kütten liegt etwa 12 km nördlich von Halle und ca. 3 km südlich von Ostrau

ist zu erreichen über die A14, Abfahrt Löbejün über Petersberg

oder über die A9, Abfahrt Bitterfeld/Wolfen über Zörbig.

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Weitere Infos zum Galiziertreffen der katholischen Orte:

In Ostrau, 15 km nördlich von Halle, treffen sich seit 1997 jedes Jahr am letzten Samstag im September die Bewohner von ehemaligen deutschen Orten in der Nähe von Lemberg (Lviv) in Galizien. Das Treffen soll ab 2017 im 3 km entfernten Kütten stattfinden. Die deutschen Bewohner Galiziens wurden Ende 1939 nach Deutschland umgesiedelt. Heute ist Galizien ein Teil der Ukraine, das Land ist aber noch immer geprägt von der langen Zugehörigkeit zur Monarchie Österreich-Ungarn. Die bäuerliche Bevölkerung der ehemals deutschen Siedlungen Wiesenberg, Bruckenthal, Weissenberg, Münchenthal und weiterer kleinerer Siedlungen pflegte schon damals über dutzende Kilometer regelmäßige Kontakte untereinander, vor allem bei Dorffesten.

In der Zeit von 1940 bis 1945, als sie in einem eng begrenzten Gebiet im Warthegau (heute Polen) angesiedelt worden waren, konnten sie neue Kontakte untereinander knüpfen. Nach 1945 wurde dann ein großer Teil von ihnen erneut in einem überschaubaren Gebiet in Sachsen-Anhalt angesiedelt, so dass sie bald alte Bekannte und Verwandte in ihrer Umgebung wieder finden konnten. Als Zentrum dieses Gebietes, das neben dem Saalekreis auch die Kreise Bitterfeld, Wittenberg und Hettstedt umfasst, kann der Ort Ostrau bei Halle gelten. In Ostrau bauten die katholischen Galiziendeutschen sogar eine eigene Kirche, die als Patron den Erzengel Michael erhielt in Erinnerung an die Kirche St. Michael in Wiesenberg.

Dieser Zusammenhalt über mehr als sechzig Jahre, der inzwischen auch die jüngeren Menschen umfasst, die bereits in Deutschland geboren wurden, hat es möglich gemacht, dass seit 1997 im Landgasthaus Ostrau regelmäßige Treffen der Galiziendeutschen stattfinden. Auf diesen Treffen begegnen sich Menschen aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland, die sich zum Teil seit Jahrzehnten nicht gesehen hatten. Die Familienforschung bringt es auch zutage, dass unter den Teilnehmern vielfältige, bisher nicht bekannte Verwandtschaftsverhältnisse bestehen.

Bei den Treffen wird versucht, die besondere Geschichte und Kultur der Volksgruppe der Galiziendeutschen aufzuarbeiten, um sie für spätere Generationen zu bewahren. Die Ergebnisse werden in Ostrau auch in Form von kopierten Texten vorgestellt, die sich speziell auf die Ortschaften im Umkreis von Lemberg beziehen und die an Hand von Ansichtsexemplaren bestellt werden können. Diese Texte betreffen vor Allem die Ergebnisse der Familienforschung, aber auch Literatur zur Geschichte Galiziens wie z.B. eine „Auswahl von Texten aus dem Deutschen Volksblatt für Galizien 1908 bis 1918“ oder „Augenzeugen schreiben über Bruckenthal“ oder „Augenzeugen schreiben über Galizien.

Es wird auch über Reisen berichtet, die immer wieder zu den Orten in der Ukraine unternommen werden und es wird über die Aktivitäten des Hilfskomitees der Galiziendeutschen berichtet. Diese Vereinigung wirkt bereits seit 1946 im westlichen Teil Deutschlands und hat besonders in den letzten Jahren viel für die Verständigung zwischen Deutschen und Ukrainern geleistet. Das Hilfskomitee der Galiziendeutschen hat bisher sechs Heimatbücher zur Geschichte Galiziens mit Berichten, Fotos und Dokumenten veröffentlicht.

Mit dem Ende der Veranstaltung ist gegen 17 Uhr zu rechnen. In der Zwischenzeit ist Gelegenheit zum Mittagessen und zum Kaffeetrinken sowie zu ausführlichen Gesprächen. Jeder, der sich dieser Gruppe zugehörig fühlt, ist eingeladen dabei zu sein, aber auch jeder andere, der sich dafür interessiert, kann kommen und kann sich unter Anderem über die angebotene Literatur zu Galizien informieren.

Info: www.galizien-kraus.de

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About the Galiziertreffen since 1997:

Every year on the last Saturday in September, the former inhabitants of German villages in the vicinity of Lemberg (Lviv), had a meeting in Ostrau, 15 km north of Halle, Germany. But the next meeting in Sept. 2017 will be in the village Kütten, about 4 km from Ostrau in south direction.

The German inhabitants of Galicia were moved to Germany in late 1939. Now, as a part of Ukraine, the ukrainian people of the country still remember the time when Galicia was a part of the monarchy of Austria-Hungary. The rural population of the former German settlements Wiesenberg, Bruckenthal, Weissberg, Münchenthal and other smaller settlements, were over dozens of kilometers in regular contact with each other, especially at village festivals. In the period from 1940 to 1945, when they were located in a narrow region in the Warthegau (now Poland), they made new contacts with each other. After 1945, a large part of them was living in a small area in Saxony-Anhalt, so that they could soon find old friends and relatives in their neighborhood again. This area includes the Saalekreis around the Town Halle and the region of Bitterfeld, Wittenberg and Hettstedt. In the village Ostrau near Halle the Catholic Galician built even its own church, which became the patron of the Archangel Michael in memory of the Church of St. Michael in Wiesenberg. The cohesion of more than sixty years, which now also includes the younger people, has made it possible to organize in a country house in Ostrau regular meetings of Galician people. On this event meet people from all over Germany and from abroad, who had not seen for some decades. It also brings the family research revealed that exist among the various participants, previously unknown relationships.

The meetings will be trying to work up the particular history and culture of the ethnic group of Galicia Germans in order to preserve them for future generations. The results are presented now in Kütten in the form of copied texts that relate specifically to the villages within a radius of Lemberg and can be ordered on the basis of display samples.

The end of the event is expected against 17 clock. In the meantime is time for lunch and for coffee and to have conversation with old friends. Anyone who feels belonging to his group is invited to be present.