GALIZIEN
Geschichte und Genealogie der ehemaligen
deutschen Siedlungen in der Umgebung von
Lemberg (Lviv/Westukraine)
bearbeitet von
Werner Kraus
HISTORY
AND GENEALOGY
of the former
German settlements near Lemberg in
betreffend die Orte / regarding the places
Wiesenberg, Bruckenthal,
Weissenberg, Ottenhausen, Münchenthal, Mierzwica, Mokrotyn, Brunndorf,
Burgthal, Ebenau, Soposzyn, Michalówka..
Karte der Umgebung Lembergs mit deutschen
Orten
Die Galiziendeutschen sind wie viele
Millionen Deutsche am Ende des Zweiten Weltkrieges vertrieben worden. Sie waren
aber schon 1940, zu Kriegsbeginn, aus ihrer Heimat Galizien in polnische
Gebiete umgesiedelt worden und mussten das Elend im Flüchtlingstreck zweimal
erleben. Ihre kulturellen Wurzeln haben die Galiziendeutschen in der
Österreichischen Monarchie. Seit etwa 1782 lebten deutsche Siedler in dem
österreichischen Kronland Galizien, wo ihre Wirtschaftsform Vorbildcharakter
für die ukrainische und polnische Bevölkerung hatte.
The Galicia-German people have been expelled at the end of the Second
World War similar like many other Germans. However already in 1940, at war
beginning, they had been resettled from her native country
Inhalt / contents :
Bericht zum Galiziertreffen am
24.09.2011 / Report on the
meeting in Ostrau 2011 (english)
nächstes Treffen in Ostrau am 29.09.2012 /
next meeting on sept. 29th 2012
Das Hilfskomitee der
Galiziendeutschen
Karte
der Umgebung Lembergs mit deutschen Orten
Geschichte
der deutschen Siedlungen / history of the German settlements
Kurze Beschreibungen deutscher Orte bei
Lemberg
Geschichte und Kultur von Wiesenberg / history
and culture of Wiesenberg
Die ersten Ansiedler von Wiesenberg nach 1781 / the
first settlers of Wiesenberg after 1781
Erinnerungstafel in der Kirche von
Wiesenberg / Label of memory in the church of Wiesenberg
Info zur
Familienforschung / Info on genealogic research
Geburten
Wiesenberg 1785 bis 1813
Bericht zur Busfahrt nach Galizien im Juli 2004 /
Report on Bustrip to Galicia July 2004
Audiodatei in wiesenberger Mundart / Audiofile
in dialekt
Internet-Adressen zu Galizien / Links, relating to
Galicia
Auf der Internetseite können nur wenige Beispiele der
Familienforschung gezeigt werden (Geburten Wiesenberg). Ganze
Ortsfamilienbücher sind für den Speicher zu umfangreich. Literatur zu Galizien
kann auf den jährlichen Galiziertreffen in Ostrau bestellt werden.
Letzte Aktualisierung: 05.10.2011
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Galizien und die Zeit In fernen,
längst vergang’nen Tagen mit
Gottvertrau’n und Pferd und Wagen zog
damals eine kleine Schar vom
Egerland und von der Saar nach
Osten in das Land am Bug und
spannte Ochsen vor den Pflug. Galizien
hieß das Land der Träume, in den
Himmel wüchsen dort die Bäume - versprach
der Kaiser im fernen Wien. Dort
könnte man, wenn auch mit Müh´n auf
freiem Grund als Bauer leben und
nach dem Glück im Leben streben. Doch
die erste Erfahrung, begleitet von Not, war
die Sorge um das tägliche Brot. Erst die
Kinder genossen die Früchte der Saat und
die Menschen fanden sich zu gemeinsamer Tat: Schule
und Kirche wurden schon bald zum
Fundament für des Dorfes Zusammenhalt. Mit
Müh’ und Fleiß wurde viel geschafft mit
Ukrainern und Polen in Nachbarschaft. Man
lebte weiter nach deutscher Art, hat
manchen Gulden sich gespart, sprach
pfälzisch, böhmisch, polnisch gar, so
ging das hundertfünfzig Jahr. Dann
wechselten die Herren im Land, es
regierte nun der Unverstand. man
wollte nicht leben unter Hammer und Sichel und
kehrte heim zum deutschen Michel: Bei
eisiger Kälte, mit Fuhrwerk und Bahn kam
man endlich in Deutschland an. Doch
auf polnischem Land wurde die Ansiedlung befohlen - zum
Unglück der Deutschen und zum Schrecken der Polen. Schon
nach fünf Jahren Arbeit war die Mühe vergebens, es
folgte die Flucht unter Einsatz des Lebens: über
ganz Deutschland, mitten im Winter verteilten
sich diesmal Galiziens Kinder. Mit
Trauer besah man nun Deutschlands Reste und
machte doch aus dem Unglück das Beste. Das Leben
ging weiter, man versucht es aufs Neu’, die
galizische Schule war hilfreich dabei … Die
Erkenntnis kam bald - und nun lastet sie schwer: Das
alte Galizien – das gibt es nicht mehr. Und
dennoch will das Streben der Ahnen uns an
Grundsätzliches gemahnen. Wir
sind auf dem Weg, dem endlos weiten nicht
ganz allein, denn die Ahnen begleiten uns
mit Ihrer Botschaft von Hoffnung und Glauben: Die
ewige Heimat, die kann niemand rauben. Werner
Kraus 2005 / 2007 |