GALIZIEN
Genealogische Forschungen zu den ehemaligen
deutschen Siedlungen
in Galizien (heute West-Ukraine) - bearbeitet von
Werner Kraus
GENEALOGIC
RESEARCH
to the former
german settlements in
betreffend die Orte / regarding the places
Bruckenthal, Wiesenberg, Ottenhausen,
Weissenberg, Münchenthal, Mierzwica, Mokrotyn, Brunndorf, Burgthal, Ebenau,
Soposzyn, Michalówka ...
Homepage: www.galizien-kraus.de
Inhalt / contents :
Geschichte der Siedlungen / history of
the settlements
Info
zur Familienforschung und Quellenverzeichnis / Info on genealogic research and
list of sources
Geschichte und Kultur von Wiesenberg / history
and culture of Wiesenberg
Die ersten Ansiedler von Wiesenberg nach 1781 / the
first settlers of Wiesenberg after 1781
Bericht zum Galiziertreffen am 12.09.2009
/ Report on the meeting in Ostrau 2009
nächstes Treffen am 25.09.2010 / next meeting on
sept. 25th 2010
Erinnerungstafel in der Kirche von
Wiesenberg / Label of memory in the church of Wiesenberg
Bericht zur Busfahrt nach Galizien im Juli 2004 /
Report on Bustrip to Galicia July 2004
Audiodatei in wiesenberger Mundart / Audiofile
in dialekt
Lied der Auslandsdeutschen / Song
of German people abroad Audiodatei der Melodie
Internet-Adressen zu Galizien / Links, relating to
Galicia
Letzte Aktualisierung: 19.05.2010
|
Galizien und die Zeit In
fernen, längst vergang’nen Tagen mit
Gottvertrau’n und Pferd und Wagen zog
damals eine kleine Schar vom Egerland
und von der Saar nach
Osten in das Land am Bug und
spannte Ochsen vor den Pflug. Galizien
hieß das Land der Träume, in den
Himmel wüchsen dort die Bäume - versprach
der Kaiser im fernen Wien. Dort
könnte man, wenn auch mit Müh´n auf
freiem Grund als Bauer leben und
nach dem Glück im Leben streben. Doch
die erste Erfahrung, begleitet von Not, war
die Sorge um das tägliche Brot. Erst
die Kinder ernteten die Früchte der Saat und
die Menschen fanden sich zu gemeinsamer Tat: Schule
und Kirche wurden schon bald zum
Fundament für des Dorfes Zusammenhalt. Mit
Müh’ und Fleiß wurde viel geschafft mit
Ukrainern und Polen in Nachbarschaft. Man
lebte weiter nach deutscher Art, hat
manchen Gulden sich gespart, sprach
pfälzisch, böhmisch, polnisch gar, so ging
das hundertfünfzig Jahr. Dann
wechselten die Herren im Land, es
regierte nun der Unverstand. man
wollte nicht leben unter Hammer und Sichel und
kehrte heim zum deutschen Michel: Bei
eisiger Kälte, mit Fuhrwerk und Bahn kam man
endlich in Deutschland an. Doch
auf polnischem Land wurde die Ansiedlung befohlen - zum
Unglück der Deutschen und zum Schrecken der Polen. Schon
nach fünf Jahren Arbeit war die Mühe vergebens, es
folgte die Flucht unter Einsatz des Lebens: über
ganz Deutschland, mitten im Winter verteilten
sich diesmal Galiziens Kinder. Mit
Trauer besah man nun Deutschlands Reste und
machte doch aus dem Unglück das Beste. Das
Leben ging weiter, man versucht es aufs Neu’, die
galizische Schule war hilfreich dabei … Die
Erkenntnis kam bald - und nun lastet sie schwer: Das
alte Galizien – das gibt es nicht mehr. Und
dennoch will das Streben der Ahnen uns an
Grundsätzliches gemahnen. Wir
sind auf dem Weg, dem endlos weiten nicht
ganz allein, denn die Ahnen begleiten uns mit
Ihrer Botschaft von Hoffnung und Glauben: Die
ewige Heimat, die kann niemand rauben. Werner
Kraus 2005 / 2007 |